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Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften (CSX*) bietet eine Alternative zum jetzigen Wirtschaftssystem. Als soziale Praxis eröffnet es Räume und Möglichkeiten für mehr Menschen, sozial und ökologisch verträglich zu wirtschaften und zu leben.
So bauen wir Brücken in eine commonsgemäße Gesellschaft, die unternehmerische Freiheit und solidarische Versorgung in überschaubaren lokalen Wertschöpfungsräumen vereint.


Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften:
Eine Wirtschaft ohne Preise – sozial und ökologisch
Während in der klassischen Marktwirtschaft – wenn überhaupt – der einzige Kontakt zwischen Produzierenden und Konsumierenden im Moment des Kaufs besteht, bringt das gemeinschaftsgetragene Wirtschaften beide Gruppen zusammen an einen Tisch. Sie bestimmen gemeinsam, wie produziert wird, legen Standards für faire Löhne und eine ökologische Produktionsweise fest und tragen gemeinsam Kosten und Risiken.
Die gesamten Betriebskosten werden so in einer Form der Umlagefinanzierung getragen. Dies gibt Produzierenden Sicherheit und Verbraucher*innen können ihre Versorgung aktiv mitgestalten. Alle Beteiligten profitieren dabei von einer wertschätzenden Kooperation sowie von einer sozial und ökologisch zukunftsfähigen Wirtschafts- und Versorgungsweise.
Der Kern Gemeinschaftsgetragener Unternehmen ergibt sich für uns aus der Analyse bestehender CSA-Betriebe (siehe Hintergrundpapier oder Grundlagenpapier). Die Umlagefinanzierung gilt als konstitutives Kernmerkmal aller CSX-Unternehmen – ermöglicht durch Mitgliedschaft und direkte Wertschöpfungsbeziehungen, Beitragsfinanzierung und Risikoteilung, sowie Kostendeckung und Transparenz.
Weitere Unterscheidungsmerkmale sind in den verschiedenen CSX-Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt und variieren hinsichtlich ihres Auftretens, Intensität und Ausgestaltung.

Durch die Anwendung dieser Merkmale in anderen Bereichen entstehen immer neue Formen von CSX-Unternehmen und die Bewegung gewinnt an Vielfalt. Unsere Beschreibung des gemeinschaftsgetragenen Wirtschaftens ist daher ein andauernder und offener Prozess.
Woher kommt der Begriff CSX?
CSX ist inspiriert von dem Erfolg Solidarischer Landwirtschaft (Solawi), im Englischen Community Supported Agriculture, oder kurz CSA: Dabei bildet eine Gruppe von Menschen eine Gemeinschaft und legt die gesamten laufenden Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs auf alle Mitglieder um. So wird nicht nur das Risiko und die Verantwortung für die Lebensmittel-Produktion und die Entwicklung der Organisation gemeinsam getragen, sondern auch eine stärkere Unabhängigkeit von Marktpreisen erreicht. Seit einigen Jahren gründen sich jedoch auch außerhalb der Landwirtschaft gemeinschaftsgetragene Unternehmungen und erproben eine Wirtschaft ohne Marktpreise in verschiedenen Versorgungsbereichen. Aus CSA wird damit CSX.

Unterscheidungsmerkmale: Diese Merkmale sind in den verschiedenen CSX-Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt und variieren hinsichtlich ihres Auftretens, Intensität und Ausgestaltung
- Regionalität
- Solidarische Mitgliedsbeiträge
- Gemeinschaftliches Eigentum
- Mitbestimmung
- Bildungsangebote
- Geringer Einsatz von Technologie
- Ökologische Produktion
- Ko-Produktion
Konstitutive Grundprinzipien: diese Kernmerkmale werden in jedem CSX-Unternehmen umgesetzt
- Umlagefinanzierung
- Beitragsfinanzierung / Risikoteilung
- Mitgliedschaft und direkte Wertschöpfungsbeziehungen
- Kostendeckung und Transparenz
Mediathek
Dokus & Reportagen
Forschung und Entwicklung
Das CSX Netzwerk ist gerne Projektpartner in transdisziplinären Forschungsvorhaben. Wir freuen uns über deine Anfragen über forschung[at] csx-netzwerk.de
Wissenschaftliche Publikationen

Zukunftsfähige Wirtschaftsgemeinschaften – Übertragung des Community Supported Agriculture-Ansatzes (CSA) auf das Bäckerhandwerk (CSB)
Sophie Löbbering. Münster 2018.

Zukunftsfähige Wirtschaftsgemeinschaften (CSX) – Übertragung der CSA-Logik auf andere Versorgungsfelder
Marius Rommel. Oldenburg 2017.
Forschungsprojekte

SWITCH-Projekt
In Reallaborsettings begleiten wir CSX-Organisationen bei ihrer Verwirklichung und um gemeinsam zu lernen, wie die Pfade der Gründung, Erweiterung und Umstellung noch skalier- bzw. replizierbarer werden.